Die Adventkranzweihe findet dieses Jahr am Samstag, 28. November statt.

Da diese heuer nicht in der gewohnt festlichen Weise begangen werden kann, laden wir zur Einzelsegnung Ihres Adventkranzes zwischen 15.00 – 17.00 Uhr ein.

Wann immer Sie in dieser Zeit mit Ihrem Adventkranz kommen, wir der Herr Pfarrer diesen segnen und zugleich den Segen und den Schutz Gottes für Sie und Ihre Familie erbitten.

Mit dieser Vorgehensweise verhindern wir große Ansammlungen und schützen so uns selbst und unsere Mitmenschen.

Wenn dies nicht möglich ist, segnen Sie ihren Adventkranz zu Hause im Kreis der Familie oder sogar alleine. Dazu einige Gedanken und Anregungen.

Haussegnung

Zur Einstimmung

Adventkranz, Kerzen und Kekse – all das verbinden wir mit dem Advent, mit der Vorbereitungszeit auf Weihnachten. An langen, dunklen Abenden zünden wir die Kerzen an. Es geht jedoch nicht nur um das Licht, sondern auch um ein Innehalten. Von Woche zu Woche wird es heller. Der Prophet Jesaja begleitet uns durch den Advent, deshalb wollen wir heute eine Stelle lesen.

Wir beginnen mit dem Kreuzzeichen

Lied

Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen fürchtet euch nicht! Gott, hat euch lieb, groß und klein, seht  auf des Lichtes Schein!

Gedanke

Wir warten auf einen menschlichen Stern,
wir warten auf einen Stern, der unser Leben hell macht,
der unser Leben froh macht, der das Leben der Ärmsten heil macht.
Wir brauchen einen Stern, wie Jesus, der müsste über uns aufgehen,
ein Jesusstern, über jedem Haus, das ist unser Traum, unsere Hoffnung. (Quelle unbekannt)

Lesung aus dem Buch Jesaja 9,1-2,5-6a

Das Volk, das im Dunkel lebt, / sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, / strahlt ein Licht auf.

Du erregst lauten Jubel / und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, / wie man sich freut bei der Ernte, / wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.

Denn uns ist ein Kind geboren, / ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; / man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, / Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.

Seine Herrschaft ist groß / und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; / er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, / jetzt und für alle Zeiten.

Sollten Kinder mitfeiern

Jakob wartet auf Weihnachten

Die Mutter zündet die erste Kerze auf dem Adventkranz an. Jakob schaut in den Kerzenschein. “Warum muss man so lange auf das Christkind warten?” fragt er. “Vier große Kerzen lang?” “Auf etwas Schönes muss man meistens warten”, sagt die Mutter. “Etwas Schönes braucht Zeit zum Wachsen. Zum Beispiel, bis ein Kind geboren wird. Damals haben die Menschen lange Zeit auf die Geburt des Christkinds gewartet. Wann kommt es denn endlich? haben sie gefragt. Auch die Mutter Maria hat viele Monate lang gewartet, bis sie das Christkind zur Welt bringen konnte.” “Hast du auf mich auch so lang warten müssen?” fragt Jakob. “Ja freilich”, sagt die Mutter. “Dafür war ich dann schön, und du hast dich gefreut”, sagt Jakob.  “Sehr gefreut”, sagt die Mutter. Jakob schaut wieder in den Kerzenschein.  “Miteinander warten ist nicht so arg”, sagt er. (Lene Mayer-Skumanz, aus: Erzählbuch zum Glauben)

Segnung der Kerzen und des Kranzes

Herr, unser Gott, segne diesen Kranz und die Kerzen, die darauf leuchten werden, lass sie uns ein Zeichen des Friedens und der Liebe in dieser Welt sein.

Gepriesen bist du, Licht unseres Lebens.
Du hast alles erschaffen, das Licht am Tag und das Licht in der Dunkelheit.

Gepriesen bist du, Licht unseres Lebens.
Am Tag und in der Nacht führst du uns zu Jesus.

Gepriesen bist du, Licht unseres Lebens.
In der Taufe hast du uns zu Kindern des Lichtes gemacht.

Wir danken dir, dem Vater des Lichtes.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Wir hoffen auf dich und glauben, dass Jesus zu uns kommt:
Heute im Wort aus der Heiligen Schrift,
wenn es Weihnachten wird
und am Ende der Zeiten,
wenn die Liebe über alles Dunkel siegen wird.

Segne diese Kränze und diese Kerzen (Kreuzzeichen, Besprengung mit Weihwasser, evtl. Weihrauch)
und mache uns in diesen Tagen des Advents zum Licht für andere.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Alle: Amen

(Mit Weihwasser den Kranz besprengen und das Kreuz darüber machen)

Lied

Wir sagen euch an, den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt.
Wir sagen euch an eine heilige Zeit, machet dem Herrn die Wege bereit.
Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr, schon ist nahe der Herr.

Fürbitten

Eigene Gedanken zum Leben, für die Familie, die Freunde, die Verstehenden, die Toten.

Vater unser

Lied

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit.
Ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich.
Der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

Der erste Adventkranz

 Den Adventkranz gibt es etwa seit 150 Jahren. Damals wohnte ein Pfarrer

namens Johann Hinrich Wichern in Hamburg, der sich um Kinder und

Jugendliche kümmerte, die keine Eltern hatten, die auf der Straße bettelten

oder die sogar als Diebe ins Gefängnis kamen. Pfarrer Wichern ließ ein großes

Haus so umbauen, dass er viele von diesen Kindern und Jugendlichen

dorthin holen konnte. Sie durften in dem Haus wohnen, sie schliefen dort

und bekamen zu essen. Außerdem erlernten sie einen Beruf. Sie wurden

Schuhmacher oder Maler, Schneider oder Gärtner. So brauchten sie nicht

mehr zu betteln oder zu stehlen, sondern konnten nun selbst ihr Geld verdienen.

Dieses Haus hieß das „Rauhe Haus“. Im Advent wurde im „Rauhen

Haus“ täglich eine Andacht gehalten. Dann versammelten sich alle Bewohner

des Hauses und Pfarrer Wichern erzählte von Advent und Weihnachten.

Sie sangen auch viele Lieder. Da jeden Tag eine Kerze mehr angezündet wurde,

nannten sie diese Andacht „Kerzenandacht“. An Weihnachten standen

auf einem Holzreifen vier große weiße Kerzen für die Sonntage und

dazwischen viele kleinere rote Kerzen für die übrigen Tage des Advents. Dieser

große Holzreifen mit den Kerzen gefiel den Kindern sehr und sie

schmückten ihn im Laufe der Zeit noch mit Tannenzweigen. So gab es im

„Rauhen Haus“ in Hamburg den ersten Adventkranz.

Viele Leute fanden diesen Kranz so schön, dass sie auch einen solchen Lichterkranz

zu Hause haben wollten. Doch für einen Kranz mit über zwanzig

Kerzen braucht man viel Platz. Und so wurden die kleineren Werktagskerzen

weggelassen. Auf unseren Adventkränzen stehen daher nur vier dicke Kerzen,

nämlich für jeden Adventssonntag eine.

Bis der Adventkranz aber in ganz Deutschland bekannt wurde, dauerte es

noch lange. Erst vor rund siebzig Jahren wurde zum ersten Mal in einer

katholischen Kirche in München ein Adventkranz aufgestellt.

(aus: Familiengottesdienst am 1. Adventssonntag  in Gars)

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